Islam-verstehen.de

Das deutschsprachige Islam-Portal

  • Schrift vergrößern
  • Standard Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Konvertiten

E-Mail Drucken PDF
( 0 Votes )

Es fängt oft schon nach der Konversion an. Meistens sind es zuerst die Eltern, die eine Veränderung bemerken (falls sie nicht von dem Religionswechsel gewusst haben): " Seit wann isst du kein Schweinefleisch mehr?" "Lässt du dir jetzt einen Bart wachsen?" Dramatischer wird es oft, wenn die Tochter auf einmal ein Kopftuch trägt. Die negativen Äußerungen und Kommentare bis hin zum Streit haben wahrscheinlich viele Schwestern erlebt.

Vielen Eltern und Familienangehörigen fällt es schwer, sich mit der neuen Religion des Kindes zu arrangieren. Dabei könnten sie stolz sein, dass der Sohn oder die Tochter sich für den Islam entschieden haben. Der Islam verändert nämlich das Leben oft auf positive Weise: z.B ist Muslimen jeglicher Genuss von Rausch- und gesundheitsschädigenden Mitteln untersagt. Welche Mutter und welcher Vater wünschen sich nicht, dass das Kind gesund ist und bleibt?

Der Islam schreibt uns vor, den Armen und Bedürftigen zu helfen, gütig zu sein und jedem das zu wünschen, was man selbst gern für sich hätte. Ist das nicht ein besseres Verhalten als die gewohnte Lebensweise in der heutigen Egoisten- und Ellbogengesellschaft?

Aber der wichtigste Punkt hier ist, das Allah uns im Qur´an sagt, dass wir dankbar, respektvoll und liebevoll mit unseren Eltern und Verwandten umgehen sollen.

"Und dein Herr hat entschieden, dass ihr niemanden außer Ihm anbeten und den Eltern Wohltaten erweisen sollt. Falls einer von ihnen oder beide bei dir ein hohes Alter erreichen, dann sage niemals ein mürrisches Wort zu ihnen und schelte sie nicht, sondern sprich in gütiger Weise mit ihnen. Und aus Barmherzigkeit senke die Schwingen der Demut auf sie hernieder und sprich: 'Mein Herr! Erbarme Dich ihrer, so wie sie mich aufgezogen haben, als ich klein war."' (Qur´an 17:23-24)

Einst kam ein Mann zum Propheten Muhammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) und fragte diesen: "Wer hat das meiste Recht auf meine gute Umgangsweise (mit ihm)?" Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) antwortete: "Deine Mutter." Der Mann fragte: "Wer danach?" Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: "Danach deine Mutter." Der Mann fragte weiter: "Wer danach?" Und wieder antwortete der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm): "Danach deine Mutter." Der Mann fragte nochmals: "Wer danach?" Da sagte der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm): "Danach dein Vater." (Bucharyy und Muslim)

Liebe Eltern und Angehörige, wisst Ihr jetzt, warum wir uns für den Islam entschieden haben? Wir werden dadurch, so Allah will, zu noch besseren Menschen, als wir es vielleicht schon vorher waren.

Die Gründe, warum viele Menschen den Islam annehmen, sind sehr verschieden. Entgegen aller Presseberichte, die von Unzurechnungsfähigkeit oder mangelndem Selbstbewusstsein sprechen. Hier sind einige Zitate von Konvertiten, warum sie sich für diese Religion entschieden haben:

"Alhamdulillah hat Allah (t) mir Seine Barmherzigkeit erwiesen und mich zu Ihm zurückgeführt, nachdem ich im Kloster und auf einer Missionsstation der Katholiken in Ostafrika tätig war. Als ich das erste Mal eine deutsche Qur´anübersetzung las, konnte ich die Worte, die ich sah, immer wieder nur bestätigen, zumal ich fast 14 Jahre lang täglich in der Bibel studierte.
Ich las die deutsche ungefähre Qur´anübersetzung in einer Nacht - und am Morgen wurde ich, mit Allahs Hilfe, Muslima, subhanallah, ich danke meinem Schöpfer." (eine Schwester)

"Es ist ganz einfach zu erklären: Ich komme aus einer nicht religiösen und –gläubigen Familie. Ich habe bereits als Kind an einen Gott geglaubt und mich mit den Propheten beschäftigt. So war es natürlich, dass ich mich mit allen großen Religionen befasste, und nur beim Islam fand ich etwas, was mich fühlen ließ, als wäre ich zu Hause. Der Islam gab mir den Sinn fürs Leben und alles klang so wahrhaftig, dass ich keine Zweifel hatte, meine Entscheidung wäre richtig." (eine Schwester)

"Bismillah,
as salam alaykum wa rahmatullah wa barakatuhu,
ich bin schon sehr früh konvertiert, mit 9 Jahren ungefähr. Ich hab mich in der Schule und auch im Alltag immer mehr zu meinen muslimischen Mitschülern und Nachbarn hingezogen gefühlt, weil sie viel gastfreundlicher und netter waren. Und als wir über Religion sprachen und ich zu der Zeit schon ein bisschen belesen in der Bibel war, merkte ich, dass der Islam eigentlich das Gleiche ist, also viele Parallelen hat zum Christentum und für mich es dann logisch erschien, dass der Islam und der Quran die Wahrheit sind. Denn anders als bei der Bibel kamen mir keine Zweifel beim Quran und ich wusste, dass auch Muhammad s.a.s. der Prophet war, von dem ich im Johannes-Evangelium gelesen hatte, dass noch ein Prophet folgen würde nach Jesus a.s.." (ein Bruder)

"Ich kenne meinen jetzigen Verlobten schon über 6 Jahre, damals war er noch nicht konvertiert. Als wir dann beide wieder Single waren, vor ca. 2 Jahren, hatte er dann gemeint, dass er zum Islam konvertiert sei. Da wir schon immer gleiche Ansichten und Weltanschauungen hatten, fand ich es merkwürdig, dass er das meinte. Ich konnte ja nicht sagen, dass es falsch sei, wenn ich mich bisher noch nicht selbst damit befasst hatte. Daher befasste ich mich mit dem Islam. Wir sind dann auch bald zusammen gekommen. (Ohne dass ich Muslima war) Aber irgendwann hab ich für mich persönlich die Schahada (das Glaubensbekenntnis) gesprochen, ohne es ihm vorerst zu sagen. Weil ich wollte es für mich machen, nicht für ihn. Eine Woche später fragte ich ihn dann auch, ob ihm aufgefallen wäre, dass ich Muslima bin...Alhamdulillah, wir sind seitdem glücklich zusammen, und seit kurzem auch verlobt. Alhamdulillah. InshaAllah werden wir bald heiraten und so Gottes Segen für unsere Beziehung und baldige Ehe haben." (eine Schwester)

"Seitdem ich denken kann, glaube ich an einen Sinn des Lebens, dass es eine Wahrheit gibt, die es zu erreichen gilt, an eine erste Ursache, kurz mit unseren Worten: an einen Gott. Diesen Gott habe ich gesucht und nicht gefunden, da alles, was mir erzählt wurde und was ich las, Zweifel in mir hervorrief, so stark, dass ich daran nicht glauben und dem nicht folgen konnte. Bis ich auf den Koran stieß, keine Botschaft hat mich je mehr überzeugt. Und deshalb ist der Koran die Grundlage meines Lebens." (ein Bruder)

"Ich habe schon immer an einen Gott geglaubt und mich seit frühester Jugend mit den verschiedenen Religionen beschäftigt. Aber nur im Qur´an habe ich Antworten auf meine Fragen bekommen und viele Ängste (wie z.B. vor dem Tod) wurden mir genommen. Aus diesem Grund bin ich dann mit 18 Jahren konvertiert, gepriesen sei Allah." (eine Schwester).

"Ich bin ungefähr vor 13 Jahren, also so mit 20 Jahren, zum Islam gekommen. Vorher hatte ich auch an Gott, Jesus und eigentlich auch an den Islam geglaubt. Ich hatte zumindest Ehrfurcht vor den Religionen und den Überlieferungen unserer Vorväter. Daher verstehe ich mich selber nicht ganz als Konvertit, im Sinne von einer Umwandlung. Ebenso verstehe ich mich auch noch als Christ. Aber, als einen Anhänger, der nunmal einen anderen Weg Jesu bestreitet, neben den etablierten Kirchen, so wie es in der Geschichte auch viele andere Auffassungen des Christentums gab und gibt. Im Grunde empfinde ich das Bekenntnis zum Islam nicht als Wechsel der Straßenseite, sondern vielmehr als ein Einreihen in eine Kette der menschlichen Geistes- bzw. Heilsgeschichte (ein Bruder; Anmerkung der Redaktion: gekürzte Fassung)

Ein Punkt (von vielen), der mir auf meinem Weg zur Muslima sehr geholfen und mir eine neue Perspektive auf die Dinge geben hat, war die Einstellung des gläubigen Muslims zum Umgang mit Unglücken, sei es nun Not, Qual oder Bedrängnis... dass egal was auch geschehen mag, darin ein Sinn und etwas Gutes für den dankbaren und geduldigen Mumin liegt, hat mir ein Gefühl von Trost und Geborgenheit gegeben. Ich denke, es gibt viele, die Zweifel an Gott haben, wenn sie Schlechtes in der Welt sehen oder ihnen (vermeintlich)Schlechtes widerfährt und diese Zweifel habe ich nicht mehr, denn alles, was geschieht, geschieht nur mit der Erlaubnis Allahs und Er weiß, was das Beste für uns ist, auch wenn wir mit unserer eingeschränkten Sicht dies nicht immer erkennen können oder wollen. (eine Schwester)

"Schließlich fühlte ich mich bereit und entschloss mich aus voller Überzeugung am Freitag, den 27.Juni 2008, mein Glaubensbekenntnis in einer Frankfurter Moschee abzulegen: "Ashadu alla ilaha illa-llah wa ashadu anna Muhammad-r- rasul-llah." Ich hatte Tränen in den Augen. Wenn ich mich heute selbst frage warum ich konvertiert bin, so ist die Antwort für mich ganz klar....weil ALLAH es so wollte. Es war meine Bestimmung. Alhamdullilah! Er gab mir Gründe, mich mit dem Islam zu befassen, er schickte mir Menschen, die mich neugierig auf den Islam machten, und schließlich wuchs in mir der Samen der Wahrheit und ich wurde sehr hungrig und durstig auf diese Religion. Ich saugte alles auf wie ein trockener Schwamm, den man ins Wasser legt. Der Islam änderte mein ganzes Leben von heute auf morgen. Alhamdullilah!" (ein Bruder)

Seit ich mich erinnern kann, hat mich schon alles Orientalische und Arabische interessiert. Ich konnte bisher nie erklären warum. So habe ich schon immer viel über die islamischen Länder gelesen, aber eigentlich nie direkt was den Islam betrifft. Aber da war immer so ein Gefühl. Ich selbst wurde christlich erzogen, aber ich bekam nie so richtig den Bezug zu dieser Religion, konnte nie damit etwas anfangen. Später fing ich an danach zu suchen, nach einem Glauben, für mich. Der meinen Vorstellungen entsprach.
1999 hatte ich dann die Möglichkeit nach Ägypten zu reisen. Es war die Zeit des Ramadan. Und ich kann mich noch an die erste Nacht dort erinnern. Ich hörte plötzlich etwas Seltsames, aber Wunderschönes! Es berührte mich derart, und ich wollte wissen was es war. Es war der Muezzin der zum Gebet rief. Jetzt wollte ich mehr darüber wissen. Ich fragte die Leute dort aus Ägypten, die ein wenig Deutsch konnten, und erfuhr ein wenig über den Glauben. Zu Hause las ich dann noch mehr Bücher, aber jetzt speziell über Islam. Und ich entdeckte immer mehr, dass dies alles meinen Vorstellungen entsprach. Ich lernte türkische Leute kennen, und bekam den Rat, den Koran zu lesen. Das habe ich auch getan. Und es war zu einer sehr schwierigen Zeit. Meine 2 großen Jungs waren grad in der pubertären Phase und machten ziemlich schlimme Probleme, mit Drogen, Polizei, Alkohol. Der Kleinste hatte dann noch dieses ADHS, und ziemlich stark mit anderen Nebenerkrankungen. Jedenfalls in jeder ruhigen Minute las ich Koran. Und da passierte es dann. Ich sage immer, ein normaler Mensch, der nichts von Allah weiß, sagt bestimmt, ich spinne. Aber als ich den Koran las, spürte ich immer mehr wie diese "Al Sakina", diese "Innere Ruhe", einkehrte, mir Kraft gab, und Stärke, das alles durchzustehen. Für mich stand von da an fest, ich will unbedingt Muslima werden. Hm. Aber wie und wo?
Alhamdulillah haben mir dann diese türkischen Freunde geholfen, und ich habe meine Schahada vor 2 Imamen gesprochen und bin so seit Oktober 2003 stolze Muslima. Seit Januar 2008 trage ich auch stolz mein Kopftuch, und nichts und niemand kann mir diesen Glauben nehmen, meinen Glauben zu Allah.
(eine Schwester)

Man kann vieles in den Geschichten von Konvertiten finden, wenn man sich Zeit dafür nimmt und ohne die üblichen Klischees im Hinterkopf.

Latifa Tertag

 

Quelle: http://alumma.wordpress.com/2010/08/22/konvertiten/

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 20. Februar 2011 um 17:23 Uhr  

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren


Banner

Umfrage

Zu welcher Altersgruppe gehören Sie?
 

Anmeldung

Besucher online

Gäste: 22

Zeitmanagement Videokurs für Muslime

Newsletter

Banner